Mein Weg zur Arbeit mit Kunst
und Bedeutung.
Wie aus Fragen, Erfahrung und Praxis eine Haltung wurde
Mein Zugang zur Kunst war nie der des Marktes. Er war der des Gesprächs. Der des genauen Hinsehens. Der der Frage, warum bestimmte Werke, Räume oder Begegnungen wirken – und andere nicht.
Bevor ich kuratorisch arbeitete, war ich selbst als bildender Künstler tätig. Die Auseinandersetzung mit Material, Entscheidung, Zweifel und Form prägt meinen Blick bis heute. Sie hat mir gezeigt, wie schmal die Grenze zwischen Geste und Substanz ist – und wie viel Verantwortung in jedem künstlerischen Prozess liegt.

Große Aufregung: Herr Pfaff bei seiner ersten Solo-Ausstellung 1984.
Parallel führte mich mein Weg in die Kommunikationswelt. Ich arbeitete in großen deutschen Werbeagenturen als Creative Director im Bereich Text/Konzept/Strategie. Dort lernte ich, wie Wahrnehmung entsteht, wie Narrative wirken, wie Räume, Bilder und Sprache Haltung transportieren – oder bloße Oberfläche erzeugen. Diese Jahre haben mein Verständnis von Wirkung, Klarheit und Präzision geschärft.
Auch das Schreiben begleitet meine Arbeit bis heute. Als Autor nutze ich Sprache als Denkraum: zur Verdichtung, zur Klärung, zur Strukturierung komplexer Gedanken. Sprache ist für mich kein Beiwerk, sondern Teil der kuratorischen Arbeit. Diese Erfahrungen – Kunstpraxis, Kommunikation und Sprache – sind über die Jahre zum Fundament meiner Arbeit geworden.

Der Ausstellungsort als Diskursraum: Oberfett kurz nach der Eröffnung.
Der Moment, in dem sich etwas verschob
Als ich begann, Kunst aus meinem eigenen Umfeld heraus öffentlich zu zeigen, geschah etwas Unerwartetes: Menschen blieben. Sie schauten nicht nur. Sie sprachen. Sie stellten Fragen. Der Raum wurde zu einem Ort der Begegnung.
Daraus entstand der interdisziplinäre Schauraum OBERFETT. Nicht als klassische Galerie, sondern als Versuchsanordnung: Wie lassen sich Räume schaffen, in denen Kunst nicht konsumiert, sondern ernsthaft erlebt wird? Wie entsteht Dialog? Wie entsteht Bedeutung?
In den Jahren bei OBERFETT habe ich mehr als 100 Ausstellungen, Projekte und Formate konzipiert und kuratiert – darunter auch spektakuläre und stark rezipierte Ausstellungen, die weit über den klassischen Galeriebetrieb hinausgingen. Die intensive Arbeit mit Künstlerinnen und Künstlern, mit Publikum, mit Sammlern und mit kritischen Stimmen wurde zu meiner eigentlichen Ausbildung.
Sie hat mir gezeigt: Kuratieren bedeutet nicht, Werke an Wände zu hängen. Es bedeutet, Dramaturgie zu entwickeln, Atmosphäre zu gestalten und Verantwortung für Wirkung zu übernehmen.

Die Abkehr vom Whitecube zum Prinzip erklären: Showdetail Anik Lazar 2023.
Vom Raum zur Arbeit mit Organisationen
Mit der Zeit wurde mir klar, dass diese Fragen auch außerhalb des Kunstkontextes relevant sind. Unternehmer, Institutionen und Persönlichkeiten stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Wie zeigen wir Haltung? Wie entsteht Glaubwürdigkeit? Wie entwickelt sich eine Identität, die trägt?
Heute begleite ich Menschen und Organisationen bei genau diesen Fragen. Kunst ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Instrument – eines, das Klarheit schafft, Räume prägt und Orientierung ermöglicht.
Ich arbeite nicht mit vorgefertigten Modellen. Jedes Projekt beginnt mit Zuhören. Mit Verstehen. Mit der Bereitschaft, Komplexität auszuhalten. Erst daraus entstehen Konzepte, die wirklich passen.
Woran ich glaube
- Ich glaube an Substanz statt Inszenierung.
- Ich glaube an Tiefe statt Tempo.
- Ich glaube an Kunst als ernsthaften Denkraum.
- Und ich glaube daran, dass gute Entscheidungen Zeit, Aufmerksamkeit und Präzision brauchen.
Diese Überzeugungen prägen meine Arbeit – im Gespräch mit einem Sammler ebenso wie im Sparring mit einer Geschäftsführung oder in der Konzeption eines Raumes.
EINLADUNG
Wenn Sie mit ähnlichen Fragen unterwegs sind – nach Haltung, nach Klarheit, nach kultureller Substanz – verstehe ich ein erstes Gespräch nicht als Akquise, sondern als Begegnung. Als Möglichkeit, gemeinsam zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.
